Katzenhaltung
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Sommerzeit – Zeckenzeit!

© Jewgenia Stasiok | pixelio.de

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Insbesondere in der wärmeren Jahreszeit (April bis Oktober) kommt es häufig vor, dass Freigängerkatzen von den unliebsamen und mitunter gefährlichen Zecken gebissen werden, oder diese in den Lebensraum ihrer Menschen einschleppen.

Auch wenn es bei Samtpfoten weniger häufig vorkommt, so können diese Parasiten im schlimmsten Fall auch bei ihnen Krankheiten wie Borreliose oder Hirnhautentzündung übertragen. Insbesondere bei Katzen, deren Immunsystem bereits aus anderen Gründen geschwächt ist, kann es zum Ausbruch einer durch Zecken übertragenen Krankheit kommen. Erreger, die sich im Speichel der Zecken befinden, können Nervensystem, Herz und Nieren sowie andere Organe schädigen. Gerade bei einem „Massenbefall“ sollte zudem der Blutverlust, der zu einer Blutarmut führen kann, nicht unterschätzt werden. Da bei Katzen häufig eher unspezifische Symptome auftreten, kann man diese nur sehr schwer einem bestimmten Krankheitsbild zuordnen.

© Sylvia Voigt | pixelio.de

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Borreliose und FSME

Als Hauptüberträger der Borreliose gilt in Deutschland der „Gemeine Holzbock“ (Ixodes ricinus), der neben Wild- und Haustieren auch den Menschen bevorzugt. Mit einer Größe von 2,5 bis 4,5 mm ist er die in Europa am weitesten verbreitete Zeckenart. Erste Symptome für die durch Borrelien (Bakterien) verursachte Krankheit können Appetitlosigkeit, Fieber oder Lahmheit in den Beinen sein. Zwischen dem Zeckenbiss und den Krankheitsanzeichen können viele Wochen vergehen, ohne dass der Tierbesitzer etwas davon merkt. Durch das Katzenfell leider nur sehr schwer zu erkennen, ist die für Borreliose typische Wanderröte, eine sich um den Zeckenstich ringförmig ausweitende Hautrötung. Eine frühzeitig entdeckte Borreliose ist mit Antibiotika ganz gut behandelbar, so dass sich rasch eine Besserung einstellen wird, auch wenn danach noch weitere Schübe der Krankheit möglich sind. Zu spät oder gar unentdeckt, drohen bleibende Beschwerden, wie die Schädigung von Gelenken oder einen Befall des zentralen Nervensystems.

Leider können Katzen nicht gegen Borreliose geimpft werden.

Für Menschen und Hunde kann eine Infektion mit dem FSME-Virus folgenschwer sein. Bei Katzen ist diesbezüglich bisher nichts bekannt, sie scheinen dafür unempfänglich zu sein.

Es gibt zwar keinen zu 100% sicheren Zeckenschutz, jedoch möchten wir Euch nachfolgend ein paar Tipps geben, wie Ihr Euren Liebling dennoch schützen bzw. Vorsichtsmaßnahmen treffen könnt:

Die „Fellkontrolle“ & das Entfernen der Zecke

Nach dem Freigang solltet Ihr mindestens 1x täglich das Fell bzw. den Körper Eurer Katze nach Parasiten absuchen. Sollte sich die Zecke bereits festgebissen haben, so könnt Ihr diese mühelos mit den im Handel erhältlichen Zeckenzangen (siehe Foto) entfernen. Dazu müsst Ihr das Fell mit den Fingern teilen und die Zange so nah wie möglich an der Haut ansetzen. Die Zecke senkrecht nach oben (ohne zu Drehen!) herausziehen und dabei nicht zu fest mit der Pinzette drücken, damit diese sich nicht erbricht und dabei die gefährlichen Erreger ausscheidet. Das Gleiche passiert, wenn Ihr mit sogenannten“Hilfsmittel“ wie Klebstoff, Benzin, Nagellack oder Öl arbeitet. Also bitte auch darauf gänzlich verzichten!

Spot-On Präparate

Im Handel, beim Tierarzt oder in der Apotheke gibt es mittlerweile zahlreiche Angebote von chemischen Spot-On Präparaten gegen Zecken. Genau wie bei Flohmitteln werden auch diese in den Nacken der Samtpfote geträufelt, wodurch sich die toxischen Substanzen über den ganzen Körper und leider auch in den Organismus verteilen. Sollte Eure Katze eventuelle Unverträglichkeitsanzeichen zeigen, so ist der Gang zum Tierarzt unerlässlich!
Solltet Ihr Euch für Spot-On Präparate entscheiden, achtet bitte darauf, dass diese ausdrücklich für Katzen hergestellt wurden und keine Wirkstoffe wie Deltamethrin und Permethrin enthalten. Siehe hierzu auch den Link des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

Vorbeugung durch Bierhefe

Als Kimbi noch zu den Freigängern zählte, haben sich Bierhefe-Tabletten (erhältlich in Drogerien) bei uns sehr gut bewährt. Durch den natürlichen Vitamin-B-Komplex der Hefe aktiviert sie den Hautstoffwechsel Deiner Katze und wirkt dadurch natürlich gegen den Zeckenbefall. Die Samtpfote wird durch den „anderen Eigengeruch“ für Zecken & Flöhe unattraktiv. Zerkleinert in Leckerchen oder Nassfutter nimmt Euer Liebling die Bierhefe auch einwandfrei an. Da es sich um ein Naturpräparat handelt, enthält die Bierhefe (welche auch als Flocken erhältlich ist) auch keinerlei Nebenwirkungen. Im Gegenteil, sie ist sogar gut für das Fell, die Krallen sowie die Haut. Während der Zecken-Hochsaison könnt Ihr pro Tag unbedenklich 1-2 Tabletten geben, ansonsten genügen 2 Tabletten wöchentlich. Die Gefahr einer Überdosierung besteht nicht.

Das Katzenhalsband

Leider noch immer im Handel erhältlich sind Katzenhalsbänder gegen Zecken & Flöhe. Hiervon raten wir dringend ab, da sich Eure Samtpfote beim Streunern in der Natur dadurch verletzen könnte. Zu oft mussten wir schon lesen, dass Katzen sich durch ein Halsband selbst stranguliert haben, weil sie an Ästen oder dergleichen hängen geblieben sind. Der Handel bietet zwar mittlerweile Bänder mit einer sogenannten Sollbruchstelle, jedoch halten wir dennoch generell nichts davon, weil man im Endeffekt nicht weiss, ob sich das Halsband bei Gefahr wirklich öffnet.

© borntaler | pixelio.de

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Kategorie: Katzenhaltung

von

Nadine

Kimbi & Enny ~ zwei Katzenmädels ~ schnurren hier aus dem Nähkästchen über all' das, was Katz' & Dosenöffner so beschäftigt. Über ein Abo unseres Blogs würden wir uns sehr freuen.

3 Kommentare

  1. Lydia sagt

    Hallo,
    unsere Katzen bekomnen seit 4-5 Wochen täglich eine erbsengroße Dosis hochwertiges Kokosöl. Seitdem hatten sie keine Zecken mehr.
    Habe auch schon von mehreren Hundebesitzer von der guten Wirksamkeit gehört.
    Liebe Grüße aus dem hohen Norden,
    Lydia

  2. Gute Tipps ! Wir hassen Zecken und Flohen ! Zum Glück haben wir keine Zecken in unserem Garten, und Claire macht „Fellkontrolle“ jeden Tag. Schnurr

  3. Wir mögen die Viecher auch nicht Mama und Bartgesicht bringen ab und zu mal welche mit, wenn sie mit Stöckchenholer Calle unterwegs sind Voll die fiesen Biester
    Schnurrer Engel und Teufel

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